Vor einigen Wochen lernten wir ein britisches Paar im Camper kennen. Es entstand eine Freundschaft, und wir bekamen wertvolle Tipps aus erster Hand für wunderschöne Ziele in Schottland. Diese möchten wir heute gern mit euch teilen.

Am Ende des Artikels findet ihr praktische Hinweise: zum Reisewetter, Übernachten und dazu, was man braucht, um nach Schottland zu starten. Wusstet ihr, dass ein Shetland-Tag am Sommeranfang mehr als zwei Stunden länger ist als in Gera? Camperent hält für eure Unternehmen das passende Wohnmobil bereit.

Mit dem Reisemobil in die raue Natur und gastfreundliche Kulturstädte

Das Land der Fjorde ist es. Nein, nicht nur Norwegen. Auch in Schottland stoßt ihr auf sie. Das nördliche Drittel Großbritanniens ist von 10.000 Kilometern Küste umgeben, einschließlich der 800 Inseln. Nach den Shetlands Ponys ist die bekannteste schottische Inselgruppe benannt. Auch die Schottischen Hochlandrinder, die Galloways und der Dudelsack haben Schottland im Ausland bekannt gemacht.

Das Besondere an Schottland als Wohnmobil-Reiseland ist sein Abwechslungsreichtum, seine reiche Natur und interessante Kulturstädte wie Edinburgh und Glasgow. Die Schotten sind sehr gastfreundlich zu Fremden.

Ähnlich groß wie Österreich, ist das obere Drittel Großbritanniens 440 Kilometer hoch und 250 Kilometer breit. Von Gera aus nach Edinburgh sind es 1.600 Autokilometer.

Die 10 schönsten Orte in Schottland für Camper

1. Edinburgh – die romantische Festivalstadt und Hauptstadt

Mit dem Wohnmobil nach Edinburgh

Auf sieben Hügeln erbaut, fühlen sich hier eine halbe Million Einwohner wohl. Man kann sich gemütlich auf den 251 Meter hohen Hausberg in der Hauptstadt setzen und die Umgebung beobachten – vom Arthur’s Seat im Holyrood Park aus. Er liegt von Edinburghs Zentrum aus anderthalb Kilometer nach Osten.

Die Kulturstadt liegt an der Mündung des Forth in die Nordsee, also an der Ostküste Schottlands. Es gibt das Edinburgh Film Festival im Juni und ein Theater- und Comedy-Festival im August, das Edinburgh Festival Fringe. Manche Vorstellungen des Fringe finden in Kirchen und Wohnzimmern statt.

Die Old Town Edinburghs zeichnet steile Gässchen aus, die Courts oder Closes. Gemächlich kann man auch die Royal Mile mit ihren Pubs und Sehenswürdigkeiten abgehen. Ihr findet die Königliche Meile zwischen dem Palace of Holyroodhouse und dem Edinburgh Castle mit seinen schottischen Kronjuwelen. Dabei kommt ihr an der Sankt Giles Cathedral vorbei, am Gericht, am Parlament und an The Hub. Hinter ‚The Hub‘ verbirgt sich die frühere neugotische Kirche Highland Tolbooth Church, die den höchsten Punkt im lebendigen Stadtzentrum bildet. Heute ist The Hub ein Veranstaltungszentrum, zum Beispiel für die Festivals, und lockt mit Läden und Cafés, in denen die berühmten Scones zu einem heißen Tee serviert werden.

Im Gegensatz zur Altstadt bietet euch die georgianische „New Town“ Gartenanlagen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Von der Princes Street aus erreicht ihr sie am besten.

Edinburgh ist auch eine attraktive Museumsstadt. Das Ausstellungskonzept des National Museum of Scotland ist breit angelegt: von archäologischen und historischen Exponaten bis hin zu Kunst und moderner Musik. Unter dem neuen Namen des Museum haben sich das Museum of Scotland und das Royal Museum zusammengetan.

Im Rugby-Stadium der Hauptstadt, dem Murrayfield Stadium mit seinen 70.000 Sitzplätzen, drängen sich regelmäßig zwei Mannschaften um einen ovalen Ball. So sehen die Schotten ihren Volkssport:

“Football is a gentleman’s game played by ruffians and
rugby is a ruffian’s game played by gentlemen.”

(Sprichwort, vermutlich von Oscar Wilde)

Im Mai/Juni ist das Stadium auch Austragungsort des Edinburgh-Marathons mit 16.000 Läufern.

Für Brücken-Liebhaber gibt es ein besonderes Schmankerl westlich von Edinburgh: Gleich drei Brücken aus unterschiedlichen Zeitaltern sichern die Infrastruktur zwischen den Städten South und North Queensferry über den Fjord ab. Die zum UNESCO Weltkulturerbe gehörende Eisenbahnbrücke Forth (Rail) Bridge ist eine wuchtige Fachwerkbrücke von 1890. Die Erbauer verwirklichten ihre Funktionalität und Flexibilität in einer schönen Architektur. Anschauen und fotografieren könnt ihr die Forth Bridge gut von South Queensferry aus.

Nahebei liegen zwei jüngere Brücken: die Hängebrücke Forth Road Bridge von 1964 und die Queensferry Crossing – eine Schrägseilbrücke aus 2017.

Kontakte:

  • Arthur’s Seat: Koordinaten: 55° 56′ 39″ N, 3° 9′ 43″ W
  • Edinburgh Castle: Castlehill, Edinburgh EH1 2NG
  • The Hub: Castlehill, Edinburgh EH1 2NE
  • National Museum of Scotland: Chambers Street, Edinburgh EH1 1JF
  • Murrayfield Stadium: Roseburn Street, Edinburgh EH12 5PJ

2. Die schottischen Highlands

Mit dem Wohnmobil in die schottischen Highlands

Erdkundlich gesehen sind die Highlands eine von drei Regionen Schottlands – neben den Southern Uplands und den Central Lowlands. Sie liegen im Nordwesten Schottlands.

Das Kuriose an ihnen ist, dass sie mit maximal 1.345 Meter gar nicht so hoch sind und ihr höchster Berg, der Ben Nevis, auch der höchste von Großbritannien ist. 1891 gab es einen Mann, Sir Hugh Munro, der bezeichnete fast 300 schottische Berge nach seinem Namen. Die Bedingung: Sie sollten eigene Gipfel aufweisen und mindestens 3.000 Fuß (circa 900 Meter) hoch sein. Der Bergsteiger war ziemlich fleißig beim Erwandern all dieser Munroes und schaffte es fast, vor dem Ersten Weltkrieg.

„Die Highlands, das sind für mich die Hügel in sattem Grün, ohne Bäume. Wie ein nicht enden wollender Golfplatz.“

(Beschreibung eines Augenzeugen)

Die Südgrenze der Highlands ist eine Linie, die im Osten 30 Kilometer südlich von Aberdeen – in Stonehaven – beginnt und dann nach Südwesten führt, bis zur Isle of Arran. Wenn ihr durch die Highlands fahrt, hört ihr vor allem im Westen die alte keltische Mundart. Inverness, die mit 50.000 Bewohnern größte Stadt des schottischen Hochlands, präsentiert sich warm, offen und selbstbewusst in ihrem Gebrauch der gälischen Sprache. Vom Dorf Torridon aus nach Norden kann man gut zum Wandern und Klettern starten.

Bei den urigen Highland Games könnt ihr erleben, wie kraftvoll die Highlander Baumstämme werfen. Ihr könnt ihnen auch beim Tanzen zuschauen und wie sie beim Ringen und Laufen wetteifern. Die genauen Termine zwischen Mai und September und die Locations findet ihr hier: https://www.myhighlands.de/tipps/highland-games-schottland-termine/.

Die Highlands sind ein Eldorado für Outdoor-Aktivitäten wie:

  • das Wandern auf dem Weitwanderweg West Highland Way – von Milngavie (Vorort von Glasgow) bis Fort William. Zurück kommt ihr mit einem dreistündigem Bus oder vierstündigem Zug
  • das Ersteigen der malerischen Felsen Storr und Old Man of Storr auf der Insel Skye. Im Norden der zu den Inneren Hybriden gehörenden Insel könnt ihr auch gut wandern. Die Insel ist durch eine Brücke mit dem Festland verbunden
  • das Klettern auf der Black Cuillin Ridge Traverse auf Skye. Die anspruchsvollste Kletterroute Großbritanniens weist 22 Gipfel auf 20 Kilometern Strecke bei 4.000 Höhenmetern Auf- und Abstiegen auf. Die Insel ist für die Briten ein Kletter-Hotspot
  • Bergsport und Eisklettern in Fort William, am Berg Ben Nevis
  • Canyoning, von Fort William aus. Für Anfänger bieten sich die Inchree Falls an
  • Insel-Spaziergänge und Steinkreis-Besuche auf Lewis and Harris – der größten schottischen Insel und Teil der Äußeren Hebriden: Es führt zum Beispiel eine Fähre von Uig auf Skye hierher. Auf dem südlichen Inselteil, Lewis, findet ihr die Steinkreise von Callanish, während das nördliche Harris durch von Hand gewobenen Harris-Tweed aus gefärbter Schurwolle besticht

Kontakte:

3. Das Ungeheuer von Loch Ness

Mit dem Wohnmobil zum Loch Ness

An den Uferhängen leuchtet es gelb, braun und grün, während sich die Schönwetterwolken im Wasser des Sees spiegeln. Loch Ness ist ein in der Eiszeit entstandener See – nur anderthalb Kilometer schmal, aber dafür 37 Kilometer lang. Als Teil der schottischen Highlands findet ihr ihn in zehn Kilometer Entfernung, südwestlich von Inverness. Er ist eher tief (fast die Hälfte sind mehr 150 Meter tief). Vielleicht ist das der Grund, warum das Ungeheuer von Loch Ness so selten auftaucht?

Nur 15 Meter vom Ufer entfernt, finden sich an manchen Stellen bis zu 75 Prozent Steigung erreichende Wände, 50 Meter hoch. Sie machen es dem vermeintlichen Plesiosaurier leicht sich zu verbergen. Seit dem Jahr 565 gibt es Nessie-Anhänger. Die Aufgeklärtheit der neuen Zeit hat dem Mythos von Loch Ness keinen Abbruch getan – im Gegenteil. Der 1.000-Einwohner-Ort Drumnadrochit ist mit seinem Besucherzentren auf Nessie-Suchende eingestellt und die Loch Ness Cruises auf Leute, die gern vom Schiff aus auf Nessie-Suche gehen möchten.

Das Ungeheuer teilt sich seinen Raum mit Hechten und Aalen sowie Schiffen, denn Loch Ness ist Teil des 1822 eröffneten Kaledonischen Kanals (Caledonian Canal). Heute ist dieser 97 Kilometer lange Wasserweg zwischen Nordsee und Atlantik für Touristen und Naherholungs-Besucher da. Für technisch Interessierte bietet der zu zwei Dritteln natürliche Kanal als „Historic Civil Engineering Landmark“ 29 Schleusen. Außerdem ist Loch Ness jedes Jahr im Herbst Austragungsort des Marathons gleichnamigen Namens.

Zur Übernachtung bietet sich am südlichen Seeufer der umweltbewusste Loch Ness Shores-Camping an. Außerdem gibt es bei Drumnadrochit das Loch Ness Bay Camping sowie das Loch Ness Highland Resort in Fort Augustus, für Caravans und Glamping-Freunde.

Kontakte:

  • Loch Ness Centre & Exhibition: Drumnadrochit, Inverness IV63 6TU
  • Loch Ness Cruises: lochness-cruises.com/
  • Loch Ness Shores Camping and Caravanning: Monument Park Lower, Foyers, Inverness IV2 6YH
  • Loch Ness Bay Camping: Borlum Farm, Drumnadrochit IV63 6XN
  • Loch Ness Highland Resort: Glendoe Rd, Fort Augustus PH32 4BG

4. Angus – Wandern, Radeln und schon wieder Kühe

Galloway Rinder in Schottland

Die Landschaft Angus an der Nordsee, im Osten Schottlands, ist wunderbar von Naturliebhabern zu erwandern – ob geübt oder untrainiert, mit oder ohne Kinder – oder mit dem Mountainbike zu entdecken. Sie ist grün, von Bächen und Flüssen durchzogen, teils karg und hügelig. So habt ihr, immer wenn ihr Rast macht, einen freien Blick ins Weite. Ein Teil des Landes ist Farmland. Manchmal trefft ihr auf Relikte alter Kirchen und Friedhöfe.

Angus ist von Edinburgh aus zu erreichen: auf der M90, Richtung Norden, über Perth, und dann weiter in Richtung Aberdeen. 130 Kilometer sind es, von der Hauptstadt aus.

Die Angus Glens sind eine der spannendsten Wandergegenden in Schottland. Es gibt fünf Angus Glens. Das sind Täler, zum Beispiel das Glen Clova und Glen Esk. Darüber hinaus gibt es einen über die Klippen führenden Wanderweg: von Arbroath nach Auchmithie. Falls ihr eure Räder mithabt, mit dem Wohnmobil, bietet sich der Radweg von Arbroath nach Monifieth und Carnoustie an – der Nationalradweg 1.

In den kleinen Orten der Region Angus könnt ihr euch durch ein Aberdeen Angus Beef oder Caboc, den mit Hafermehl bestreuten Frischkäse stärken. Das Fischerdorf Auchmithie, in der Nähe von Arbroath, ist für seine heiß geräucherten Arbroath-Smokies (Schellfisch oder Wittling) berühmt. Sie dürfen nur bis maximal acht Kilometer um Arbroath hergestellt und verkauft werden, wenn es Original Arbroath-Smokies sein sollen.

Die Fleisch-Zwiebel-Pastete „Forfar Bridie“ bekommt ihr, historisch getreu, am besten in der Marktstadt Forfar, im Zentrum der Region Angus. Die Schotten servieren hier das hippe Glasgower IRN-BRU dazu, die koffeinhaltige Limonade in leuchtendem Orange. Seit 20 Jahren verbreitet sich die Brause weltweit, auch als Eis und Sirup.

5. Glasgow am River Clyde – ein Sinnbild für das moderne Schottland – und die City of Music

Die 600.000 Einwohner-Stadt Glasgow zieht Besucher durch ihren Kontrast von Alt und Neu an. Ihr findet die Kulturstadt 75 Auto-Kilometer von Edinburgh entfernt, über die M8 nach Westen reisend.

Am Clyde-Fluss haben die Stadtplaner das frühere Schwerindustrie-Gebiet um den stillgelegten Koloss „Finnieston Crane“ in eine Erholungs- und Konsumzone umgewandelt, mit schicker zeitgenössischer Architektur. Die südwestlich des Stadtzentrums liegende Clyde Waterfront Regeneration Area gehört teils zum Stadtteil Finnieston, teils zu Partick und Govan.

Sehr zu empfehlen ist der Besuch des 2013 eröffneten Riverside Museums mit seinem gefalteten Dach. Das Verkehrsmuseum beeindruckt durch seine Vielzahl und Vielfalt an Exponaten. Ihr findet Autos – wie eine Matchbox-Sammlung an der Wand drapiert -, Fahrräder aus verschiedenen Technikzeitaltern, Kinderwägen, Straßenbahnen und Doppeldeckerbusse. Es gibt eine U-Bahn sowie einen Straßenzug mit Pferdefuhrwerk und Bestatter-Wagen, der eine Szene um die vorletzte Jahrhundertwende abbildet. An der Rückseite des mit 100 Millionen teuren Museums ist ein Segler, die alte Glenlee von 1868, festgezurrt. Das Besondere des Museums ist: Sein Inneres und das so manch anderer Exponate kann man begehen! Es ist kostenlos. Es gibt freiwillige Guides, die sich im Anschluss über eine Spende freuen.

Der Kran ist übrigens 53 Meter hoch und sein Ausleger 46 Meter lang. Er war Teil einer Verladestation von der Schiene aufs Wasser – für Schwerlasten. Sogar Loks selbst konnte man damit umladen. Am Clyde-Fluss bietet sich ein Spaziergang an, zwischen der Milleniumsbrücke und der Brücke Clyde Arc. Von hier bekommt ihr einen Blick auf das Glasgow Science Center mit seinem Turm, auf die runde Veranstaltungshalle SSE Hydro von 2013 und das Clyde Auditorium (SEC Armadillo).

Das 2001 eröffnete Science Center bietet interaktive Ausstellungen zu naturwissenschaftlichen Themen, gerade auch für Familien mit Kindern, und ein Planetarium. Währenddessen ist die 13.000 Leute fassende SSE Hydro eine Location für Musik- und Sportevents, zum Beispiel Tennis, Turnen, Dart und die MTV Europe Music Awards. Das Clyde Auditorium hat seinen Zweitnamen ‚Gürteltier‘ (Armadillo) nach seiner übereinandergeschichteten Außenhaut bekommen. Auf dem River Clyde kann man mit dem 1947 gebauten Paddeldampfer „Waverley“ Kreuzfahrten unternehmen. Und mit einem Riverbus der Clyde Cruises kann man im Sommerhalbjahr die wenigen Kilometer bis in die Stadt hinein überwinden.

Glasgow hat den Ruf, dass es das beste Nachtleben Schottlands aufweist. Dazu tragen die Studenten, die Kunstschulen wie die Glasgow School of Art und die Pubs am früheren Candleriggs Fruit Market ihr übriges bei. Hier findet ihr die Termine für die Weekend Craft & Design Fair in der 1886 wiedereröffneten Halle: http://www.merchantsquareglasgow.com/.

Und so berauschend schaut die Halle von innen bei Nacht aus: https://www.glasgowconcerthalls.com/old-fruitmarket/Pages/default.aspx. Nicht zu vergessen ist die Partyscene für junge Leute – zwischen der Destillerie Clydeside am Queens Dock, der Union Street und der Sauchiehall Street.

Der Stadtteil Finnieston bietet euch Live Musik zum Whiskey. Es gibt hier 50 Nachtclubs und Diskotheken, die die Nachtschwärmer von den um 22 Uhr schließenden Pubs aufnehmen. Gtown nennen die Glasgower ihre berauschende Musikszene mit durchschnittlich 130 wöchentlichen Events. Sogar bei der UNESCO ist das aufgefallen, und für sie ist Glasgow die City of Music.

Kontakte:

  • Finnieston Crane: Stobcross Quay, Glasgow G3 8HL
  • Riverside Museum: 100 Pointhouse Road, Glasgow G3 8RS
  • Glasgow Science Center: 50 Pacific Quay, Glasgow G51 1DA
  • SEC Armadillo: Exhibition Way, Glasgow G3 8YW
  • Old Candleriggs Fruit Market/heutige Bezeichnungen: Merchant Square bzw. Glasgow City Halls: 87-101 Albion Street, Glasgow G1 1NQ, Veranstaltungen am Fruit Market und anderswo in Glasgow: http://www.whatsonglasgow.co.uk/listings/the-old-fruitmarket/
  • Destillerie Clydeside: 100 Stobcross Rd, Glasgow G3 8QQ

6. Das historische Ballindalloch Castle – „Die Perle des Nordens“

Schottische Castle

Die Familie der ursprünglichen Bauherren, die Macpherson-Grants, bewohnt heute noch selbst ihr Schloss in Ballindalloch, eine Autostunde östlich von Inverness entfernt.

Zuerst errichtet als Turmhaus, um anno 1546, ließ die Familie es später im viktorianischen Stil umbauen und zu einem Landsitz erweitern. Für aktuell zwölf Pfund Eintritt kann man vom 19. April bis 30. September einige der Wohnräume, mit Möbeln aus den vergangenen Jahrhunderten und spanischen Gemälden aus dem 17. Jahrhundert, besichtigen (Preise: Stand 2019). Auch der liebevoll gestaltete Garten mit Rhododendren, Steingärten, Rosengarten, einem Labyrinth und einem Gewächshaus freuen sich auf euren Besuch. Auf dem Anwesen grasen Angus Rinder. Außerdem gibt es einen Tea Room und einen Shop, der die beliebten Rezeptbücher der Mutter des derzeitigen Hausherren vertreibt („I Love Food“).

Es lohnt sich, auf Ballindalloch Castle ein paar Stunden oder einen halben Tag zu verbringen. Ihr erreicht es von Inverness aus über die A9 und die A95. Und so zeigen sich die netten Hausherren: https://www.ballindallochcastle.co.uk/family/

Ihr Schloss besitzt eine renommierte Lage inmitten der Whiskey-Region Spyside, mit seinen 50 Brennereien. Das ist fast die Hälfte der Whiskey-Produzenten in Schottland. Empfehlenswert ist die nahegelegene Ballindalloch Single Estate Distillery.

Kontakte:

  • Ballindalloch Castle, Grafschaft Banffshire, Ballindalloch AB37 9AX
  • Ballindalloch Single Estate Distillery, Lagmore, Ballindalloch, Banffshire AB37 9AA

7. Von quirlig nach einsam – Von Glasgow auf die Kintyre-Halbinsel

Mit dem Wohnmobil nach Glasgow

Highlights dieser Empfehlung sind die Straße A83 selbst und die Halbinsel Kintyre.

Halbinsel Kintyre Schottland

Von Glasgow kommend, führt die 220 Kilometer lange Strecke im Bogen: zuerst in Richtung Nordwesten, auf der A82, am See Loch Lomond vorbei. Man wechselt auf die A83, eines der Highlights dieser Fahrt. Laut Schottlands nationaler Fremdenverkehrsorganisation nennt man sie auch die „lange, sich windende Straße“. Zunächst geht die A83 weiter nach Nordwesten, durch den Trossachs National Park.

Auf eurer Reise kommt ihr am „Rest and Be Thankful-Pass“ vorbei. Noch ein kleines Stück, und dann

schlängelt sich die A83 nach Südwesten, auf die Halbinsel Kintyre zu. Dort führt sie an der Westküste der Halbinsel nah am Ufer lang und endet in Campbeltown. Glengyle, Springbank und Glen Scotia werben als letzte drei verbliebene Whiskey-Brennereien vor Ort um ihre Kundschaft.

Die Halbinsel liegt 21 Kilometer von Nordirland entfernt. Kintyre ist 77 Autokilometer lang. Auf der Südspitze gibt es einen Leuchtturm: den Mull of Kintyre. Auf Kintyre kann man wandern, wobei der Kintyre Way mit 161 Kilometer mehr als doppelt so lang ist wie die Fahrstrecke. Kintyre weist die Burgruinen Saddell Castle in der östlichen Saddell Bay und Skipness Castle in der Nähe von Skipness und dem Fährhafen Claonaig auf.

Das Saddell Turmhaus von 1508 kann man öffentlich besichtigen. Der nahe Strand lädt zum Baden ein.

Kontakte:

8. Outdoor-Aktivitäten am Loch Lomond und im Trossachs National Park

Loch Lomond Schottland

Als „Highlands in Miniatur“ bezeichnet man die Trossachs auch. Für Wanderfreunde sind sie ein Kleinod. Wenn man über so manche der 21 Berge (Munros) geht, hat man die Chance, gleichzeitig einen der 22 großen Seen in den Blick zu bekommen. Der Loch Lomond ist der größte See, 39 Kilometer lang, bis zu 190 Meter tief und zentral gelegen.

Durch den Nationalpark verläuft eine unsichtbare Linie – mit den Highlands zur einen Seite und den Lowlands zur anderen Seite. Geologische Verwerfungen haben für eine Abwechslung zwischen Gipfeln, Tälern, Wäldern und Seen gesorgt.

Der West Highland Way – der Fernwanderweg durch die schottischen Highlands – läuft am Ufer des Loch Lomond vorbei. Insgesamt ist er 154 Kilometer lang. Am beziehungsweise auf dem Loch Lomond kann man angeln, Kanu und Kajak fahren. Außerdem wird Windsurfing angeboten und Jetski. Oder man unternimmt eine Dampferfahrt mit der SS Sir Walter Scott.

Kontakte:

  • Loch Lomond and the Trossachs National Park: Es gibt mehrere Visitor Centers, zum Beispiel in Balmaha, einem Dorf am Ostufer des Loch Lomond, im Council Area: Stirling
  • West Highland Way: https://www.westhighlandway.org/

9. Der “Rest and Be Thankful Pass”

Arrochara Alps Schottland

Die A83 verläuft bis zum Aussichtspunkt durch die Schlucht Glen Croe. Der Pass definiert mit 245 Metern die höchst gelegene Stelle. Auf der einen Seite befinden sich die rauen und felsigen Arrochar Alps mit dem Glen Croe-Tal und dem höchsten Berg der Alpen, dem Ben Ime mit seinen 993 Metern. Auf der anderen Seite schaut ihr in das Tal Glen Kinglas.

Der Halt lohnt sich als schöner Ort zum Picknicken und um sich die Beine zu vertreten. „Rest and Be Thankful“ ist auch der Name für die hiesigen Bergrennen im Motorsport.

Die alte Militärstraße am Pass von 1748 verweist auf die historischen Auseinandersetzungen zwischen den Streitkräften der britischen Krone und den Jakobiten: den Anhängern des im Exil lebenden Thronanwärters. Mit dem Disarming Act von 1749 hatten die Hochländer ihre Waffen und Kleider abzulegen. Die Briten schafften auch die traditionellen ökonomischen und sozialen Systeme der Schotten ab.

Kontakt:

  • Rest and Be Thankful Pass: im Council Area von: Argyll and Bute

10. Mit Herzklopfen über eine Schlucht: Corrieshalloch Gorge

Corrieshalloch Gorge

Das Landschaftsschutzgebiet „Corrieshalloch Gorge National Nature Reserve“, an der Nordwestküste Schottlands, weist eine interessante, anderthalb Kilometer lange und 60 Meter hohe Schlucht auf. Sie ist eine ehemalige Gletscherschlucht, die beim Abschmelzen am Ende der Eiszeit entstand. Hier trefft ihr auf die 46 Meter hohen Wasserfälle Falls of Mesach. Das Areal liegt 74 Kilometer nordwestlich von Inverness entfernt, am Fluss Abhainn Droma, in der Nähe der Kreuzung der A832 mit der A835.

Für die letzte Etappe reist man am besten über die A832 an, um zum Parkplatz für die Wasserfälle zu gelangen: An die A832 schließt sich zum Schluss eine Serpentinenstraße zu den Wasserfällen an.

Wenn man sich ihnen nähert, hört man ihre Geräusche, und die Vögel zwitschern. Grün und frisch wirkt es hier. Unterhalb der Wasserfälle findet ihr eine 25 Meter lange Fußgängerbrücke mit einer Aussichtsplattform, die in die Schlucht hineinweist. Zwei Euro wirft man für den Zugang zur Brücke in eine Box. Maximal sechs Personen dürfen gleichzeitig auf der Hängebrücke sein.

Wo stehen? Vom Camping, Freistehen und Parken mit dem Wohnmobil in Schottland

Zum Übernachten empfiehlt sich die App „Park4night“ zu nutzen oder folgende Website: https://www.visitscotland.com/de-de/accommodation/caravan-camping/caravan-sites-campsites-holiday-parks/.

Schottland ist ein tolerantes Land für Camper. Allerdings hat man nur mit einem Zelt das Recht, in der Natur und abseits einer Straße frei zu campen. Mit dem Wohnmobil freizustehen, ist offiziell grundsätzlich nicht erlaubt. Wenn man es tut, dann weil die Schotten es tolerieren.

Deshalb ist es sinnvoll, rücksichtsvoll zu sein. Man sollte auf Verbotsschilder achten. Es kann sein, dass man von einem nicht offiziellen Stellplatz oder Parkplatz von der Polizei weggeschickt wird, mit dem Hinweis, auf einen Campingplatz zu gehen. Loch Lomond wird intensiv zum Wildzelten genutzt. Deshalb ist dort mit Restriktionen zu rechnen.

Selbstverständlich ist es, seinen Müll in Müllcontainer zu entsorgen oder mitzunehmen, wenn keine Papierkörbe vor Ort sind. Auch die Toilettenentsorgung sollte nicht im Wald stattfinden.

Als Parken gilt, solange man kein Mobiliar rausstellt und nicht die Sonnen-Makise ausfährt. Steht man in Strandnähe, nimmt man am besten die Campingstühle mit ans Wasser, abseits vom Reisemobil. Hinterlässt man seinen schönen Übernachtungsplatz sauber, sollte einem Naturerleben nichts entgegenstehen.

Tipps zur Reiseplanung hinsichtlich des Brexits

Schottland wünscht sich euch als Touristen, egal ob der Brexit kommt oder nicht. Das Auswärtige Amt postet jeweils die neuesten Reiseinfos: https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/grossbritannien-node/grossbritanniensicherheit/206408

Bei einem ungeordneten Brexit müsst ihr die Grüne Versicherungskarte mit euch führen. Für Großbritannien sollte verzeichnet sein, dass es mitversichert ist.

Nach Schottland mit dem Wohnmobil – Kfz-Hinweise

Hier erhaltet ihr zwei wichtige Details zum Autoverkehr:

Weitere Regeln findet ihr auf den oben angegebenen Seiten des Auswärtigen Amtes.

Das Reisewetter für Schottland

Die besten Reisemonate für diese interessante Region sind folgende:

  • März, April – ruhige Reisemonate mit wenig Schottland-Besuchern, jedoch immer wieder Regen
  • Mai – das Wetter ist meist gut, es sind noch Recht wenig Reisende unterwegs, die Tage werden länger
  • Juni bis August – die wärmste und wetterbeständigste Reisezeit mit den längsten Tagen. Die Tagestemperaturen bewegen sich um die 20 Grad
  • September, Oktober – die Wohnmobile werden weniger, die Regenzeiten nehmen zu

Schottland ist eine Region zum Wandern, Klettern und Angeln und um die warmherzigen Menschen und ihre Kultur kennenzulernen. Sonnenbaden kann man, aber es ist dafür nicht das primäre Reiseziel, und es ist nur mäßig warm.

Das schottische Hochland sind Frühjahr und Herbst am besten zu bereisen. Von Juni bis August treten winzige Mücken oder Gnitzen (Highland Midges) in Schwärmen auf. Tipps dagegen findet ihr auf dieser Website mit dem passenden Namen: https://mueckenproblem.de/muecken-schottland-midges/

Wegen des Golfstroms ist der Westen Schottlands wärmer, jedoch feuchter als der Osten.

Was mitnehmen in den Schottland-Urlaub?

Über die oben angegebenen Dinge bezüglich Auto-Versicherung und London hinaus, gehören in einen Reisetasche:

  • Kleidung für abwechslungsreiches Wetter nach dem Zwiebelprinzip – für Sonne, Wind und Regen
  • bequeme Schuhe und/oder Sandalen, für verschiedene Wetterlagen und eure Lieblings-Outdoor-Aktivitäten
  • Badesachen, Sonnencréme, Sonnenhut, eventuell Mütze und Tuch
  • Picknick-Gegenstände – zum Essen, Trinken und Draufsetzen in der Natur, Rucksack
  • Mückenschutz

Ansonsten gilt: Jedem nach seiner Fasson. Schottland ist nicht aus der Welt, um vor Ort etwas nachzukaufen oder ein neues Kleidungsstück als schöne Urlaubserinnerung zu erwerben.

Schottisches, englisches, walisisches Geld, 1-Pfund-Scheine und weitere Kuriositäten

Pfund Sterling hebt man direkt in Großbritannien am Bankautomaten ab. Der aktuelle Kurs liegt bei: 1 Pfund = 1,16 Euro (Stand: 23.04.2019). Die EC-Karte ist zum Geldabheben da. Und die Kreditkarte zum Bezahlen in Läden und Restaurants. Im Pub bezahlt man sofort an der Bar: in bar oder per Kreditkarte.

Die Geldscheine sind vielgestaltiger als bei uns in Deutschland: Es gibt welche von schottischen, walisischen und englischen Banken. Mit schottischen Scheinen in England zu bezahlen, ist vereinzelt nicht möglich. Besonders ist auch, dass es nur von der Royal Bank of Scotland 1-Pfund-Noten gibt.

Fazit:

Schottland ist das perfekte Reiseland mit dem Wohnmobil: nicht zu kalt und nicht zu heiß. Kontrastreiche Landschaften wie die schottischen Highlands und die 800 Inseln bieten immer wieder neue Entdeckungsmöglichkeiten. Wie gut man mit dem abwechslungsreichen Wetter umgehen kann? Das machen uns die Schotten unbeschwert vor – mit ihrem kulturellen Leben, den Pubs, Museen und bunten Läden, in die sie sich gelegentlich verziehen,

„where it never rains“

(Motto der Merchant City Glasgow)

Zum Schluss ein Tipp: In der Nordseebucht Moray Firth kann man Große Tümmler beobachten.

Wir wünschen euch viel Spaß bei eurer Reise durch Schottland!